Schweissprüfung des BEJV im Mittelland vom 4.8.2019 im Grossraum Lützelflüh / Huttwil

Zum zweiten Mal nach 2018 führte der Jagd- und Wildschutzverein Trachselwald unter Präsident Ruedi Liechti und mit dem sehr erfahrenen Prüfungsleiter Peter Zenklusen, Lyss, die Schweissprüfung des BEJV für das Mittelland durch. Bei sommerlichem Wetter und eben solchen Temperaturen traten total 28 Gespanne zur Prüfung an. 23 stellten sich den Anforderungen auf der 500 m Fährte und 5 Gespanne legten die „Meisterprüfung“ ab und wurden auf der 1000 m Fährte geprüft.

Prüfungsleiter Zenklusen begrüsste sechs Gruppen mit Hundeführerinnen und -führern um 07.00 Uhr auf dem Parkplatz des Schwimmbades in Lützelflüh. Weitere fünf Gruppen und 10 Richterinnen, Richter und ein Prüfungsanwärter wurden in Huttwil durch Richter Andreas Bieri begrüsst und legten ihre Fährtenarbeit im Grossraum Huttwil ab. Als Gäste anwesend waren BEJV Präsident Lorenz Hess, sowie die Wildhüter Peter Siegenthaler und Thomas Schwarzenbach. Speziell begrüsste der Prüfungsleiter auch 2019 Gabi Eisele, eine Gastrichterin aus dem Raum Stuttgart, die bereits zum zweiten Mal eine BEJV Schweissprüfung richtete. Oft nehmen Richterinnen und Richter lange Anfahrtsweg bis ins Prüfungsgebiet auf sich, um an der Schweissprüfung des BEJV zu richten. Dafür gebührt ihnen ein aufrichtiger Weidmannsdank.
Gespritzt wurden am Samstag 23 500 m und 5 1‘000 m Fährten, plus je eine Reservefährte. Lange vor der eigentlichen Schweissprüfung bedarf es bereits eines grossen Arbeitsaufwandes und einer logistischen Meisterleistung, damit die Auswahl geeigneter Prüfungsgelände für die zu prüfenden Gespanne faire und möglichst optimale Bedingungen bietet. Und der eine oder andere Hundeführer merkte, dass es im Ämmital halt doch die eine oder andere etwas „schrägere Seite“ hat und es nicht überall nur flach ist! Die Wetterbedingungen waren trotz Sommerwetter und –temperaturen aber gut, da es einige Tage vor der Prüfung noch geregnet hat.

Nach der offiziellen Begrüssung durch Peter Zenklusen richtete BEJV Präsident Lorenz Hess einige Worte an die Anwesenden und bedankte sich bei Prüfungsleiter Zenklusen für die Organisation der Schweissprüfung, bei den Hundeführerinnen und –führern dafür, dass sie erstens einen Hund führen und zweitens mit ihm intensiv arbeiten. Sein dritter Dank richtet der BEJV Präsident an alle über 500 Meter erfolgreichen Gespannen dafür, dass sie nach diesem Erfolg weiter arbeiten und die 1‘000 „Meisterprüfung“ als nächstes Ziel setzen! Zügig verschoben sich die Gespanne in ihren Gruppen in ihre jeweiligen Prüfungsgebiete. Es galt, möglichst lange von den noch nicht gar so warmen Temperaturen zu profitieren und rasch mit der Fährtenarbeit zu beginnen. Einmal mehr kam der Arbeit der ortskundigen Fährtenführer und den Bockträgern eine grosse Bedeutung zu. Sie kennen die Fährten im Detail und unterstützen damit die Richterinnen und Richter sehr. Es ist entscheidend, dass die zur Prüfung angetretenen Gespanne optimale Prüfungsbedingungen vorfinden und dazu gehört im Wesentlichen auch die Arbeit der Revierführer, die jederzeit haargenau wissen müssen, wo die Fährten am Vorabend gespritzt wurden.
Nach getaner Schweissarbeit trafen sich am Mittag alle 11 Gruppen zum gemeinsamen Aser im ehemaligen Schiessstand „Brandis“ in Lützelflüh. Der von der Küchencrew zubereitete Grillplausch mit Pommes frites, Salat und Brot und als süssem Abschluss mit diversen Cakes und Nussgipfeln mundete allen wunderbar.
Bei der Richtersitzung um 13.15 Uhr meldeten alle 11 Gruppe zurück, optimal vorbereitete und den Geländegegebenheiten bestens angepasste Fährten vorgefunden zu haben und auf die Unterstützung der kompetenten und mit den Prüfungsgelände bestens vertraute Fährtenführer und Bockträger zurückgreifen zu können. Einmal mehr stellte das Richtergremium fest, dass Hunde immer wieder zu jung und zu unreif auf Schweissprüfungen geführt werden und es oft an Führerfehlern liegt, wenn die Gespanne nicht zum Stück fanden. Direkt nach der Richtersitzung fand um 14 Uhr das Absenden statt, musikalisch wunderschön begleitet durch die Jagdhornbläsergruppe Spielhahn Burgdorf. Auf der 1000m Fährte stellten sich fünf Gespanne den grossen Anforderungen an und deren drei fanden erfolgreich zum Bock. Von den 23 Gespannen, die sich den Anforderungen auf der 500m Fährte stellten, durften deren 12 den Bruch für das erfolgreiche zum Stück-Finden entgegennehmen. Gesamthaft haben damit 15 Gespanne bestanden. Ruedi Liechti, Präsident der Sektion Trachselwald, bedankt sich bei Prüfungsleiter Peter Zenklusen für seine grosse Arbeit, bei seinen rund 60 Helferinnen und Helfern für ihren grossen Einsatz und gratuliert den erfolgreichen Gespannen zum hart erarbeiteten Erfolg. BEJV Präsident Lorenz Hess bedankte sich seinerseits insbesondere bei der grossen Anzahl Helferinnen und Helfern, die es braucht, damit eine Schweissprüfung optimal durchgeführt werden kann. Ein enormer Aufwand für eine Sektion mit rund. 180 Mitgliedern! Zudem betonte Lorenz Hess, dass das Berner System der Nachsuchen Organisation (NASU) weitherum als sehr innovativ und gut beurteilt wird, auch im Ausland. An dieser Organisation soll unbedingt festgehalten werden! Er richtet den Aufruf an alle Hundeführerinnen und Hundeführer, die es sich vorstellen können, in der NASU mitzuarbeiten, sich für diesen Einsatz zu melden. Die NASU ist immer auf Verstärkung angewiesen. Abschliessend gratuliert BEJV Präsiden Hess allen erfolgreichen Gespannen mit einem kräftigen „Suchenheil“ zu ihrem Erfolg. Richterobmann René Kaiser betonte bei seinen Ausführungen, dass diesem Umstand allenfalls mit einer entsprechenden Schulung der Hundeobleute begegnet werden könnte. Er wies ebenfalls darauf hin, dass Schweissarbeit kein Volkssport ist und eine 1‘000 Fährte nur mathematisch zweimal einer 500 m Fährte entspricht. Um nach erfolgreicher 500 Schweissfährte auch die Meisterprüfung über 1‘000 erfolgreich absolvieren zu können, ist es unabdingbar, dass nur reife und bestens vorbereitete Hunde und optimal eingespielte Gespanne zur Prüfung antreten. Anders ist eine erfolgreiche Schweissarbeit nicht denkbar. Im Namen der Kantonalen Jagdhundekommission bedankte sich deren Präsident Marc Beuchat für den enormen Arbeitseinsatz, den die organisierende Sektion Trachselwald im Vorfeld und am Prüfungstag geleistet hat. Marc Beuchat gratulierte den 15 erfolgreichen Gespannen zu ihrem Erfolg und ermuntert die Führerinnen und Führer, bei denen es heute noch nicht ganz geklappt hat, weiter mit ihren vierbeinigen Kameraden zu üben und kontinuierlich weiterzuarbeiten, so dass es im nächsten Jahr ebenfalls klappt und sie erfolgreich zum Stück finden werden.

Folgende 15 Gespanne durften aus den Händen von Prüfungsleiter Peter Zenklusen die Prüfungsausweise mit dem Vermerk „Bestanden“ entgegennehmen:

1000m
Etter Stefan mit KLM Elma
Habegger Oskar mit Grossem Münsterländer Kalina
Lüdi Thomas mit KLM Lasco

 

500m
Deflorin Othmar mit Magyar Viszla Bakonyi Drotos Hunter C:B. (geführt von Alfred Bohern)
Forster Alfred mit KLM Darco
Hofer Matthias mit KLM Sanka
Indermühle Karl mit Deutschem Wachtel Luna von der Dählenegg
Jäggi Thomas mit Bayrischem Gebirgsschweisshund Xara
Linder Sandra mit Cockerspaniel Lillyfee
Schürch Stefan mit Brandelbracke Akira
Pfäffli Walter mit Deutsch Drahthaar Alpha
Steffen Teresa mit KLM Enzo vom Quellgrund (geführt von Andreas Eberhard)
Studer Viktor mit Springer Spaniel Beny
Trachsel Hans-Ulrich mit Rauhhaardackel Nora
Wyssen Hanspeter mit Alpenländischer Dachsbracke Aika


Ein grosser Weidmannsdank des BEJV geht an die durchführende Sektion Trachselwald, an alle Helferinnen und Helfer im Gelände, in der Küche und hinter den Kulissen. Damit alle Gespanne beste und faire Prüfungsbedingungen vorfinden, optimal verpflegt werde und die Schweissprüfung ohne Probleme durchgeführt werden kann, ist eine logistische Meisterleistung nötig und der Aufwand dafür ist sehr gross. Ein nicht minder grosser Weidmannsdank geht an die Richterinnen und Richter, die sich alle Jahre zur Verfügung stellen um im Kanton Bern ein oder sogar mehrere Wochenenden Schweissprüfungen zu richten. Oft nehmen sie ein sehr frühes Klingeln des Weckers und lange bis sehr lange Anfahrtsweg bis ins Prüfungsgebiet auf sich, um an der Schweissprüfung des BEJV zu richten. Dafür gebührt ihnen ein aufrichtiger Weidmannsdank!

 


Daniela Jost
Leiterin Geschäftsstelle BEJV

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