Schiessobligatorium ab 2012 - Ergebnis des Konsultationsverfahrens

Der BEJV hat seine Eingabe im Rahmen des Konsultativverfahrens zu den Änderungen im Jagdrecht am 17.2.2011 fristgerecht bei der Volkswirtschaftsdirektion eingereicht Die Eingabe des BEJV entstand aufgrund einer Auswertung sämtlicher Eingaben aus den einzelnen Sektionen. Der Vorstand des BEJV bedankt sich bei allen Sektionspräsidenten, die ihre Stellungnahmen zugestellt haben. Bei den einzelnen Fragen entschied am Schluss die Mehrheitsmeinung der Vereine. Als Verband muss der BEJV die Haltung der Mehrheit der Vereine wiedergeben. Es ist deshalb unmöglich, sämtliche Anregungen und Meinungen, die aus den Sektionen eingegangen sind, wiederzugeben. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Eingabe des BEJV eine von mehreren ist und damit nicht unverändert als Wunschzettel übernommen wird. ImVerlauf des gesamtenKonsultationsverfahrens hat der BEJV alle Möglichkeiten genutzt, um im Sinne der Berner Jagd Einfluss zu nehmen. Das Geschäft ging danach ins übliche Mitberichtsverfahren, wo sich ausser der betroffenen Volkswirtschaftsdirektion auch die anderen Direktionen zu der Vorlage äussern können. Zuletzt wird das Geschäft im Regierungsrat traktandiert und behandelt werden.


Wir hatten die Möglichkeit, auch in Gesprächen die wichtigsten Anliegen und die besonderen Aspekte im Zusammenhang mit dem Schiessobligatorium, darzulegen. Der BEJV hat sich nicht gegen die Einführung eines Schiessobligatoriums gestellt. Aber: Wir stellten uns entschieden gegen die Einführung einer Waffen-Einschiesspflicht (für sämtliche Waffen!). Das Obligatorium soll die Jägerin und den Jäger dazu verpflichten, mindestens einmal im Jahr eine praktische Übung zu absolvieren. Dies war die ursprüngliche Idee hinter der Einführung einer Schiesspflicht. Dem widersprach die Vorlage, indem das Registrieren von eingeschossenen Waffen im Zentrum steht. Das Einschiessen sämtlicher Waffen (egal, ob sie später zum Einsatz gelangen oder nicht!) würde den organisatorischen und administrativen Rahmen sprengen. Unklar geregelt wäre beispielsweise auch die (bei einem Defekt) kurzfristige Benützung derWaffe eines Jagdkollegen, welche durch diesen eingeschossen wurde. Ziel des Schiessobligatoriums muss das Absolvieren einer Übung durch die Jägerin und den Jäger sein und nicht das Einschiessen von Waffen. Folglich ist von einer Registrierung der Waffennummer abzusehen.


Nachdem noch ein paar rechtliche Aspekte diskutiert werden mussten, sieht es heute danach aus, dass eine akzeptable Lösung präsentiertwerden wird: Der Schiessbeleg (Standblatt o. ä.) sollte nicht mehr auf Mann oder Frau mitzuführen sein.Weiter ist vorgesehen, dass in der Abschusskontrolle eine Selbstdeklaration erfolgt. So wie man ein erlegtes Tier einträgt und mit Unterschrift bestätigt, wäre in einem vorgesehenen Feld Zeit und Ort des Schiessens einzutragen und mit Unterschrift zu bestätigen. Das eigentliche Standblatt bleibt zuhause aufbewahrt. Kontrolliert nun der Wildhüter die Abschusskontrolle, sieht er natürlich auch, ob der Eintrag gemacht ist oder nicht. Auf diese Weise kann die Widerhandlung (fehlender Eintrag) im Ordnungsbussenkatalog geregelt werden. Alle anderen Varianten würden mit Anzeige/Verfahren belegt, was aus Sicht des BEJV auf keinen Fall sein darf. Deshalb hat er das auch bereits in seiner ersten Eingabe entsprechend gefordert.


Aufgrund unserer Eingabe soll, wie eingangs erwähnt, auch der Hauptmangel derVorlage ändern: Das Einschiessen aller Waffen mit Erfassung der Waffennummer. Dies war auch die zentrale Forderung der Vereine. Neu geht es um eine echte Übungspflicht für die Jägerin und den Jäger. (Allen nicht-jagenden Leserinnen und Lesern dieser Zeilen raten wir übrigens, vor dem Äussern von kritischen Kommentaren darüber nachzudenken, warum es beim Autofahren weder ein jährlichesWiederholen der Fahrprüfung noch ein kleines Übungsobligatorium gibt…).


Lorenz Hess und Daniela Jost

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