Schweissprüfung Mittelland, 3.8.2014

Am Sonntag, 3. August 2014, fand im Raum Burgdorf-Fraubrunnen die vom Berner Jägerverband ausgeschriebene Schweissprüfung im Berner Mittelland statt. Prüfungsleiterin Brigitte Aeberli begrüsste dazu insgesamt 25 Gespanne auf dem Gelände der Gartenbauschule in Oeschberg. Organisiert und durchgeführt wurde die Prüfung durch den Jagd- und Wildschutzverein Region Burgdorf. Alles klappte hervorragend und war perfekt organisiert: Hervorragendes Prüfungsgelände, das für alle Gespanne faire Bedingungen bot, ortskundige Fährtenführer und Bockträger, eine top-motivierte Helfercrew hinter den Kulissen und ein feiner Aser. Das Wetter blieb während der ganzen Prüfung trocken, was nicht selbstverständlich war, mussten die Fährten am Vortag teilweise in einem starken Gewittersturm gespritzt werden.

Pünktlich um 07.00 Uhr begrüsste Prüfungsleiterin Brigitte Aeberli, Willadingen, die Hundeführerinnen und -führer und die Richterinnen und Richter zur diesjährigen Schweisshundeprüfung im Berner Mittelland. Die 25 Gespanne wurden in 7 Gruppen aufgeteilt und zusammen mit je zwei Richterinnen oder Richtern, dem ortskundigen Fährtenführer, Bockträgern und Verbindungsleuten im Grossraum Burgdorf-Fraubrunnen auf ihre Fährten geschickt.


Nach getaner Fährtenarbeit trafen sich am Mittag alle Gruppen zum gemeinsamen Aser in der Scheune der Familie Wyss im Tannwald in Alchenstorf. Der als Gast geladene Präsident des BEJV, Lorenz Hess, stand bereits am Morgen in die Reihen der Hundeführer ein und stellte sich mit seinem Hund den prüfenden Blicken der Richter. Als weitere Gäste beim Aser durfte Brigitte Aeberli Adrian von Allmen, Vize-Präsident des Jagd- und Wildschutzvereins Region Burgdorf sowie Hans-Jürg Hofer, Präsident des Jagd- und Wildschutzvereins Fraubrunnen mit seiner Gemahlin Bettina willkommen heissen. Der von der Küchen-Crew zubereitete Grillplausch mit feinen Salaten dazu mundete allen wunderbar. Und das Dessertbuffet hätte manchen Konditor vor Neid erblassen lassen, so dass keine süssen Wünsche offen blieben!


Nach der Richtersitzung fand gegen 14.30 Uhr das Absenden mit musikalischer Umrahmung durch die Jagdhornbläser Spielhahn aus Burgdorf statt. Auf der 1000m Fährte wurden 4 Gespanne geprüft, 2 Gespanne erfüllten die hohen Anforderungen, die die „Meisterprüfung“ abverlangt und kamen erfolgreich zum Stück und erfreuten sich am Nachsuche-echten Fährtenende. Von den 21 Gespannen, die auf der 500m Fährte beurteilt wurden, durften deren 9 den Bruch für das erfolgreiche zum Stück-Finden entgegennehmen. Gesamthaft haben 11 Gespanne bestanden, was einer Erfolgsquote von 44 % entspricht. Stellvertretend für das ganze Richtergremium zog Richterobmann Bruno Sommer folgendes Fazit zur Schweissprüfung 2014 im Berner Mittelland: Die Prüfung wurde unter fairen Bedingungen und guten Witterungsverhältnissen vom Jagd- und Wildschutzverein Region Burgdorf hervorragend organisiert und durchgeführt.

 

Speziell bedankte sich der Richterobmann für die kompetente Arbeit, die alle Fährtenführer leisteten. In keiner der 7 Gruppen gab es irgendetwas zu beanstanden. Das Richtergremium, welches sich aus Richtern aus der ganzen Schweiz zusammensetzte, stellte auch an dieser Prüfung erneut fest, dass Hundeführerinnen und -führer ihre vierbeinigen Jagdhelfer nicht „richtig lesen“ können, ihm und seiner Nasenarbeit zu wenig vertrauen und deshalb zu stark auf den Hund Einfluss nehmen. Sie ermunterten die 2014 noch nicht erfolgreichen Gespanne, daran zu bleiben, weiter zu üben und zu festigen, um beim nächsten Anlauf erfolgreich zum Stück zu finden.

 

Zum Schluss bedankte sich Prüfungsleiterin Brigitte Aeberli bei allen ihren Helferinnen und Helfern, die sie bei der Organisation und Durchführung des Grossanlasses tatkräftig unterstützt haben. Ohne sie alle wäre es ein Ding der Unmöglichkeit, eine Schweissprüfung ohne Pannen durchführen zu können. Nur wer selber einmal eine Kantonale Schweissprüfung mitorganisiert hat, weiss, welch grosser Aufwand damit verbunden ist: Sei es administrativ-organisatorisch oder vor Ort, draussen im Gelände auf den Fährten.

 

In Burgdorf-Fraubrunnen waren Leute am Werk, die ihr Handwerk verstehen und dafür sorgten, dass ein toller Hündeler-Anlass gut und ohne nennenswerte Probleme über die Bühne gegangen ist! Dafür gebührt Ihnen allen ein kräftiger „Weidmannsdank“!

 

Folgende Gespanne waren erfolgreich:

 

1000m:

Lorenz Hess mit Oskar, Terriermischling

Nelly Wagner mit Xito, KLM

 

500m:

René Kaiser mit Syrus vom Buchrain Deutscher Wachtel

Niklaus Schmid mit Cindy, Jack Russel Terrier

Hanspeter Berger mit Balou, Deutscher Jagdterrier

Bernhard Steiner mit Taiga vom Buchrain, Deutscher Wachtel

Werner Koch mit Sina, Kopov

Hanspeter Baumann mit Damon vo der Wänni, Jura Laufhund

Werner Bieri mit Kisha, KLM

Martin Bärtschi mit Clea, Deutscher Jagdterrier

Werner Leuenberger mit Gorwo, Deutsch Drahthaar

 

 

Für den Bericht
Daniela Jost

 

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Nachfolgend einig Worte eines Hundeführers, der in Burgdorf als Helfer im Einsatz stand und eine Woche vorher im Seeland zur Prüfung angetreten ist:

 

 

Vor Brigitte Aeberli und Ihrer Crew ziehe ich meinen Hut.  -  Eine solche Schweisshundeprüfung zu organisieren und ohne Fehl und Tadel durch zu ziehen ist eine Riesenarbeit.  -  Weidmanns Dank!

Am Samstag trafen sich nachmittags sämtliche Helfer und alle „Richter 1“ bei Brigitte Aeberli und Toni Moser in Willadingen. Alle Details wurden kurz besprochen, Rehschweiss für jede Fährte mitsamt Schnittharen etc. etc. den Fährtenchefs abgegeben. Alsdann rückten alle 7 Gruppen zum Fährtenspritzen aus. Nicht ganz alle waren mit der Arbeit fertig oder im Restaurant Rudswilbad sondern wurden durch eine heftig regnende Gewitterfront kräftig geduscht. Selbst Stiefelträger kriegten nasse Socken. Während der Nacht von Samstag auf Sonntag regnete es kaum mehr.

Sonntag 04.00 Uhr weckte mich der Wecker. 05.30 traf ich auf dem Parkplatz der Gartenbaumschule in Oeschberg ein. Die „mise en place“ vom Vortag klappte; alles war bereit und vor Ort. Die ankommenden Autos wurden gruppenweise aufgestellt, die Papiere von den Hunden eingesammelt und nach der Begrüssung mit Vorstellung der Damen und Herren Richter wurde gestartet. Die Fährtenchefs führten ihre Gruppe ins Prüfungsgelände.

Nun übernahmen die Richter das Zepter. Zuerst kamen die Hundeführer mit den 500m-Fährten an die Reihe. Die „1000m-Führer“ gingen als Letzte auf die Reise / Arbeit.

Die Erfolgsquote liegt unter 50 %. Wieso, warum? Aus Gesprächen von und mit Richtern scheinen viele Gespanne nicht wegen der Leistung des Hundes, sondern wegen ungeschicktem und falschem Einschätzen der Arbeit seines Hundes durch den Führer oder Unerfahrenheit des Hundeführers nicht zum Bock gefunden zu haben.

Müssten in Zukunft die HundeausbildnerInnen in den Vereinen bei der Anmelderei weniger grosszügig sein? – Ich weiss nicht was und wie eine höhere Erfolgsquote erreicht werden könnte; doch weniger ist oft mehr!  -  Auch für den Organisator, die Richter und all die Helfer.  

 

Urs Brenzikofer

 

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