Gehorsamsprüfung Berner Oberland, 28.6.2014

Im Kanton Bern zur Jagd eingesetzte Jagdhunde müssen bis zum dritten Lebensjahr eine gesetzlich vorgeschriebene Gehorsamsprüfung oder eine gleichwertige Prüfung in einem Rasseclub bestehen. Die Prüfung umfasst die Fächer Leinenführigkeit, Ablegen, Schussruhe und Appell. Ohne einen solchen Gehorsamsnachweis dürfen Jagdhunde, unabhängig der Rasse, nicht zur Jagd eingesetzt werden.

An der diesjährigen Prüfung reüssierten im Berner Oberland 36 der 44 angetretenen Gespanne.

Wie bereits in früheren Jahren, beauftragte der Berner Jägerverband den Jagd- und Wildschutzverein Thun und Umgebung mit der Organisation und Durchführung der Prüfung für das Berner Oberland. Unterstützt wurden die zahlreichen Helferinnen und Helfer durch die örtlichen Wildhüter Andreas Rubin und Peter Schwendimann.
Eine Stunde vor Prüfungsbeginn trafen sich die TKJ-Leistungsrichter Marc Beuchat, Toni Schmidiger und Toni Zurbrügg mit dem Prüfungsleiter Walter Stoller, Präsident der Kantonalen Jagdhundekommission, zum Briefing betreffend der reglementarischen und organisatorischen Belange.
Pünktlich um 08:00 Uhr traten dann bei feuchtkühlem Wetter 44 Gespanne der unterschiedlichsten Jagdhunderassen in drei verschiedenen Gebieten des Thuner West Amts zur Prüfung an. Trotz kühler Witterung fanden die in vier Gruppen aufgeteilten Gespanne faire Bedingungen in idealen Waldgebieten vor und konnten die Leinenführigkeit und das Ablegen mit Schussruhe regelkonform absolvieren. Der Appell wurde im Anschluss an die Waldfächer im freiem Feld geprüft. In diesem Fach kann der Hundeführer selber entscheiden, ob er den Hund frei ablegen oder voran schicken will, um ihn dann auf mindestens 30m Distanz auf Anweisung des Richters zurückzurufen.
Im Wissen, dass es sich zum einen um junge Hunde handelte, und zum anderen Hundeführer/innen mit teilweise wenig Erfahrung in der Hundeausbildung antraten, beurteilten die Richter die Arbeiten mit gebührendem Augenmass, jedoch immer unter Berücksichtigung der reglementarischen Auflagen.   
Nach Abschluss der Arbeiten verschoben sich alle Beteiligten zur Hündelerhütte in Uttigen, wo das Grill-Team mit saftigen Steaks und schmackhaftem Kartoffelsalat aufwartete.  
Beim Absenden würdigte der Prüfungsleiter die hervorragende Prüfungsorganisation an die Adresse des Jagdhundekoordinators Ruedi Stoller und seinem Team wozu auch die kompetenten Revierführer gehörten. Besondere Erwähnung fanden einige Hundeführer/innen, darunter auch Brackenführer/innen, welche alle Anforderungen mit der Höchstnote 4 meisterten.
In Vertretung des Richterkollegiums lobte der Richterobmann Marc Beuchat die generell guten Arbeiten der angetretenen Gespanne trotz der in diesem Jahr etwas höheren Durchfallquote von 18%. Die gravierendsten Schwachpunkte seien beim Ablegen und beim Appell festgestellt worden. Der Grund liege oftmals in ungenügender Festigung des Ablegens bei den (zu) jungen Hunden. Marc Beuchat appellierte daher an die Hundeführer/innen und vor allem an die anwesenden Jagdhundeobmänner, den Aufbau des Gehorsams in kleineren Schritten durchzuführen. So sollte z.B. das Ablegen ohne Führerkontakt und dazu noch mit Schussabgabe erst in Angriff genommen werden, wenn das Ablegen in Anwesenheit des Führers/der Führerin auch unter Ablenkung und in unterschiedlicher Umgebung einwandfrei gefestigt ist. Die Hundeführer/innen sollten sich dafür mehr Zeit lassen und dies nicht bereits im ersten Lebensjahr des Junghundes erzwingen. Auch bei der Leinenführigkeit sei teilweise erhebliches Optimierungspotential vorhanden.
Abschliessend konnten der Prüfungsleiter und der Prüfungssekretär Peter Michel den erfolgreichen Gespannen den roten Ausweis mit einer Urkunde übergeben. Dabei gab Walter Stoller seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Hundeführer/innen mit ihren Jagdhelfern weiter arbeiten und damit zu einem positiven Image der Jägerschaft in der Öffentlichkeit beitragen.
 

Ruedi Stoller
Jagdhundekoordinator Berner Oberland

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