Jagdhunde Modultag der Jungjägerausbildung des BEJV vom 4. Mai 2014

116 Jungjäger und Jungjägerinnen (JJ) trafen sich am 4. Mai 2014 im Regionalen Kompetenzzentrum (RKZ) Spiez bei guten Wetterverhältnissen zum jährlichen „Jagdhunde Modultag“ der Jungjägerausbildung des Berner Jägerverbandes.

Der bedeutende Anlass war auch dieses Jahr perfekt organisiert und bot den angehenden Jägern und Jägerinnen einen umfassenden Einblick in alle Facetten des Jagdhundewesens. Die professionell durchgeführten administrativen Vorbereitungen des Sekretärs Peter Michel ermöglichten einen reibungslosen und speditiven Tagesablauf.

Der theoretische Teil des Schulungstages basierte auf der Ausbildung zum Sachkundenachweis SKN. In vier Schulungsräumen mit modernster Infrastruktur referierten die vom BVET zugelassenen SKN Ausbildner Marc Beuchat, Goldiwil (Mitglied TKJ), Jakob Bornhauser, Belp, Daniel Isler, Courtelary und Andreas Rogger, Nenzlingen (Mitglied TKJ) über die Verhaltenslehre, Haltebedingungen, Lernverhalten, rechtliche und medizinische Aspekte, Verhalten in der Öffentlichkeit und zu anderen Themen der Jagdhundekynologie. Als Ausbildungsnachweis konnten die Kandidaten den SKN Theorie-Attest erwerben, was von den meisten Teilnehmenden dankbar wahrgenommen wurde.  
Beim praktischen Teil erfuhren die Teilnehmenden von Hundeführer Stefan Zwygart, welche Ausbildungs- und Gebrauchsgegenstände für die Jagdhundeausbildung- und Führung zur Anwendung kommen und wie diese richtig eingesetzt werden. Die Hundeführer Jürg Arn und Franz Gobeli zeigten auf, worauf es bei einer Nachsuche ankommt und was es zu speziell beachten gilt.
Besonderen Anklang fand die praktische Vorführung einer Nachsuche durch einen Deutsch Drahthaar auf einen Fuchs bis zur einer Röhre, wo das Einschliefen des Fuchses improvisiert wurde. Dort kam dann ein Jagdterrier zum Einsatz, der den toten Fuchs kompromisslos aus der Röhre zog.
Die imposante Vorführung von 47 Jagdhunderassen der verschiedenen FCI Gruppen rundete den interessanten, aber für alle Beteiligten auch anspruchsvollen Ausbildungstag ab.
Bei der im letzten Jahr durchgeführten Kursbeurteilung wurde den Referenten und Instruktoren ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt und die meisten Beurteilungen ergaben ein „gut“ bis „sehr gut“ als Höchstnote.
Zum Abschluss des diesjährigen „Jagdhunde Modultages“ hat der Schreibende noch zwei Meinungen eingeholt und zwar bei Marc Beuchat, SKN Ausbildnner und Mitglied der AGJ/ TKJ und bei Richard Imboden, Wildhüter aus dem Wallis.

Fragen an Marc Beuchat:


Ruedi:  Danke Marc, dass ich Dir ein paar Fragen stellen darf. Was sagst Du dazu, dass der BEJV es den JJ ermöglicht, den theoretischen Teil des SKN während der JJ-Ausbildung zu erlangen?

Marc:  Wir stellen immer wieder fest, dass neue Hundebesitzer nicht wussten, dass sie den theoretischen SKN vor der Anschaffung eines Hundes besuchen müssten. Sie absolvieren ihn dann nachträglich, wenn sie den Hund schon haben und verpassen damit wichtige Informationen für die erste Phase.
Mit dem SKN erfahren die JJ rechtzeitig, worauf es bei der Wahl des geeigneten Hundes ankommt, wie wichtig eine seriöse Zuchtstätte ist und wie entscheidend die ersten Wochen und Monate für den Welpen sind. Also auf jeden Fall eine gute Sache sowohl für den künftigen Hundeführer wie für den Hund.


Ruedi:  Kommt das Angebot bei den Jungjägerinnen und Jungjägern gut an?


Marc :  Ich denke dies zeigt schon die Tatsache, dass z.B. in diesem Jahr 104 von den insgesamt 116 JJ bereit waren, die zusätzlichen Kosten für den SKN zu bezahlen. Aber auch während dem Unterricht können wir erfreulicherweise ein durchwegs positives Interesse der JJ feststellen, so dass es auch Spass macht, beim Modultag als Referent aufzutreten. 

 
Ruedi:  Du hast bei deinen überkantonalen Tätigkeiten im Jagdhundewesen auch Einblick in die Jagdhundeausbildung anderer Kantone. Auf welchem Niveau bewegt sich das Jagdhundewesen im Kanton Bern Deiner Meinung nach?


Marc:  Beim Vergleich mit anderen Kantonen kann ich immer wieder feststellen, dass das Jagdhundewesen im Kanton Bern ein sehr hohes Niveau aufweist. Die meisten Jagdvereine haben eine gut organisierte Jagdhundeausbildung mit einem, von der Versammlung gewählten Jagdhundeobmann, der Mitglied des Vorstandes ist. Diese engagierten Obmänner führen wöchentliche Ausbildungen in den verschiedenen Fächern durch. Durch den Zusammenschluss in der kantonalen Jagdhundekommission wird eine einheitliche Ausbildungspraxis gewährleistet. Auch werden jährliche Prüfungen auf kantonaler Ebene organisiert und wo möglich nach den Vorgaben der AGJ/ TKJ durchgeführt.
Besondere Beachtung verdient auch das Nachsuchenwesen, welches ebenfalls durch die Jägerschaft organisiert ist und während der Jagdzeit das gesamte Kantonsgebiet abdeckt. 

 

Fragen an Richard Imboden:
Ruedi:  Danke Richard, dass ich auch an Dich noch Fragen stellen darf. Was hat Dich dazu bewogen, als Wildhüter des Kanton Wallis einen Jagdhunde Modultag der Berner JJ zu besuchen?


Richard: Persönliches Interesse. Ich bin im OK vom Oberwalliser Jagdhundetag.


Ruedi;    Was ist im Wallis anders als im Kanton Bern?


Richard: Es ist bei uns sehr ähnlich wie im Kanton Bern. Der SKN wird separat angeboten.


Ruedi:   Wie hast Du den Jagdhunde Modultag erlebt?


Richard: Ich habe einen sehr abwechslungsreichen und intensiven Tag erlebt. Alle Referenten waren sehr kompetent und beherrschen ihre Materie bestens. Der Kurs war sehr Praxis bezogen, super organisiert und sehr gut strukturiert. Was mich besonders beeindruckt hat, waren die vielen Hundeführer die ihre Hunde freiwillig gezeigt haben. Ich bin ich vom Gebotenen sehr beindruckt und wünsche dem BEJV alles gute und weiterhin viel Erfolg bei der Ausbildung.

Besten Dank an Walter Stoller und seinTeam für den grossartigen Tag zu Gunsten der Jungjägerausbildung.

 

 

Ruedi Stoller, Jagdhundekoordinator Berner Oberland

 

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