Weiterbildungstag des BEJV zu jagdlicher Öffentlichkeitsarbeit vom 6.4.2013

Am Samstag, 6.4.2013 trafen sich bei eisigen Temperaturen im Hegedepot des Jagd- und Wildschutzvereins Fraubrunnen 21 Jägerinnen und Jäger zum Weiterbildungstag „Treffpunkt Jagd“. Die Teilnehmerinnen waren aus dem ganzen Kanton, vom Oberhasli, Obersimmental, dem Lauterbrunnental über die Region Seftigen, Schwarzenburg, Seeland bis in den Berner Jura und aus dem Emmental angereist!

Der Anlass wurde vom Berner Jägerverband BEJV organisiert und von der Stiftung SILVIVA aus Zürich organisiert und durchgeführt. Die Stiftung SILVIVA ist eine Organisation, die sich mit der Naturbezogenen Umweltbildung, insbesondere im Wald, beschäftigt.

Der Als Grundlage für die Arbeiten an diesem Weiterbildungstag diente das Lehrmittel „Treffpunkt Jagd“. Das handliche Werk wurde gemeinsam vom Bundesamt für Umwelt, dem nationalen Dachverband JagdSchweiz und der Stiftung SILVIVA herausgegeben. Über die Jagd reden, nicht Jagenden die Jagd erklären, sollten am besten jene, die selber jagen- Das Handbuch will dafür Hilfe bieten.
Für die beiden Kursleitenden, Erich Gyr und Iris Scholl von der Stiftung SILVIVA war eine der Zielsetzungen des Weiterbildungstages vom 6.4.2013, den Teilnehmenden das Handbuch „Treffpunkt Jagd“ als Arbeitsgrundlage für einen Teil ihrer Öffentlichkeitsarbeit näher zu bringen. Weiter wollten sie den Anwesenden einen Einblick in die Grundlagen der Naturpädagogik vermitteln und aufzeigen, welch grosses Potential für jagdliche Öffentlichkeitsarbeit sich daraus ergibt. Schliesslich sollten jagdspezifische Aktionsformen vorgestellt und ausprobiert werden damit die Kursteilnehmenden sie anschliessend an Anlässen in ihren Sektionen einsetzen können.

Die Erwartungen der Jägerinnen und Jäger waren sehr vielfältig und spannend: einige wollten die Inhalte des Tages „einfach mal auf sich zu lassen kommen“, sich überraschen lassen, von dem, was geboten wird, andere erwarteten Inputs für ihre Tätigkeiten, z.B. als Ranger, oder im Zusammenhang mit Angeboten, die sie für den Ferienpass für Schüler in ihren Sektionen bereits anbieten. Andere erwarteten Hilfestellungen für den guten Umgang mit Touristen oder Wanderern, die der Jagd nicht immer nur positiv gesinnt begegnen. Breiter Konsens herrscht gegenüber der Tatsache, dass die Öffentlichkeitsarbeit der Jäger für die Jagd und die Anliegen der Jagd immer wichtiger wird und sich die Jägerschaft aktiv damit auseinandersetzen, das Positive der Jagd in geeigneter Form herausstreichen muss.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Eichhörnchen bin
In einem ersten Block am Morgen vermittelte Kursleiter Erich Gyr den Teilnehmenden eine praktische, kurze Einführung in die Naturpädagogik, z.B. dadurch, dass er mit ihnen typische Spiele und Aktionsformen 1:1 durchspielte. So durften sich die Anwesenden auf eine etwas andere Art den Kolleginnen und Kollegen vorstellen: jede und jeder suchte sich ein Wildtier aus, das ihm aus bestimmten Gründen sehr nahe ist und präsentierte seine Auswahl und die Begründung der Wahl im Plenum. Dabei stellte ein Teilnehmer erstaunt fest, dass er nie gedacht hätte, einmal ein Eichhörnchen zu sein!
In einem zweiten Block wurde aufgezeigt, wie jagdspezifische Aktionsformen, z.B. der Einsatz eines Jagdhundes im Rahmen eines Anlasses oder einer erlebnisorientierten Exkursion eingesetzt werden kann. Tiere sind grosse Sympathieträger, vor allem bei Kindern und bieten eine hervorragende Möglichkeit bestimmte Tätigkeitsfelder der Jägerinnen und Jägervorzustellen und zu erklären. So kann gerade mit dem Einsatz von Schweisshunden aufgezeigt werden, dass die Jägerinnen und Jäger viel Arbeit im Interesse der Allgemeinheit leisten: die Schweisshunde kommen nicht nur auf der Jagd zum Einsatz sondern auch bei Autounfällen mit Wildtieren!
Nach dem Aser aus dem Rucksack, dem Aufwärmen am Aserfeuer und vielen guten Gesprächen unter Gleichgesinnten konnten die Teilnehmenden am Nachmittag in Kleingruppen selber kurze Sequenzen vorbereiten, mit dem Rest der Kursgruppe durchführen und sich gegenseitig Rückmeldungen zum Gezeigten geben. Jede Gruppe hatte eine ganz spezifische Zielgruppe, für die sie ihre Sequenz vorzubereiten hatte: Die Palette reichte von einem Waldkindergarten über eine vierte Klasse bis hin zu einer Gruppe der Schule für Gestaltung und einer Naturschutzkommission in einer Gemeinde! Ein anspruchsvoller Auftrag, den alle Gruppen mit viel Engagement und Kreativität angingen und anschliessend vorstellten. Und es gelang einer Gruppe sogar, die anderen dazu zu motivieren gemeinsam „Fuchs Du hast die Gans gestohlen anzustimmen! Eine gemeinsame Auswertung schloss den Tag schliesslich ab. Die Feedbacks waren grundsätzlich sehr positiv. Es wurde aber zu Recht bemerkt, dass der Tag sich eigentlich nur auf einen Teil der jagdlichen Öffentlichkeitsarbeit beschränkt hat, nämlich auf den naturpädagogischen. Der gute und konstruktive Umgang mit andern Waldnutzern, z.B. mit Wanderern oder mit Touristen, und die Zusammenarbeit mit den Printmedien waren am 6.4.2013 nicht Thema. Es ist jedoch gut denkbar, dass diese Themenbereiche mit einer Folgeveranstaltung behandelt werden.


Daniela Jost
Leiterin Geschäftsstelle BEJV

 

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