Ein ökumenischer Gottesdienst mit Taufe

Jägergottesdienst in der Michaelskirche in Meiringen am 13. November 2011

Von Links nach Rechts: Hanspeter Imobersteg, reformierter Meiringer Pfarrer, Dirk Günther, römisch-katholischer Pfarramtsleiter aus Lungern, Ernst Schär, evangelisch-methodistischen Pfarrer Interlaken.

Eine prall gefüllte, herbstlich mit Fichten und buntem Laub geschmückte Kirche unter einem strahlend blauen Haslihimmel: Das war die Szene für den achten Jägergottesdienst mit einem Grossaufgebot an christlicher Geistlichkeit mit dem „Hausherren“ Hanspeter Imobersteg, reformierter Meiringer Pfarrer, mit seinem evangelisch-methodistischen Amtskollegen aus Interlaken, Pfarrer Ernst Schär, der zum vierten Mal dabei ist, so wie Dirk Günther, römisch-katholischer Pfarramtsleiter aus Lungern, für ihn war es bereits das fünfte Mal. Den klangvollen Rahmen setzten die beiden Jagdhornbläsergruppen Obwalden und Oberhasli, das Jägerchörli des Jagdvereins Oberhasli und Hans Künzler aus Meiringen, der klanglich das Tauflied „Wie der Hirsch nach frischer Quelle“  und auch das später von der Gemeinde gesungene Lied „Nun danket alle Gott“ auf seinem Ventil-Jagdhorn unterstützte.
Nach dem von beiden Bläsergruppen feierlich vorgetragenem „Introitus“ und der anschliessenden Taufe des kleinen Terence Koller, wies Pfarrer Schär auf die kürzlich in Radio Beo ausgestrahlte Sendung unseres Jägergottesdienstes von vor 2 Jahren hin, vor allem erwähnte er die positiven Reaktionen danach.
Und wie passend erklingt nach den Worten von Pfarrer Imobersteg, der Mensch müsse lernen, Respekt vor sich
selbst, vor dem Schöpfer und vor den Mitmenschen zu haben, das vom Jägerchörli dargebrachte Lied „Am Morgen“:

„Gsesch die Blume wie sie strahled i de Farbe,
lueg die Pracht!
So schön chan nu eine male,
üse Herrgott, wo`s hät gmacht.“

Mit „Waldtreiben“ entführte die Jagdhorngruppe Oberhasli die Gemeinde anschliessend in den geheimnisvollen Wald, dem lustvollen Aufenhalt des Jägers. Er vermittelt Bodenständigkeit, Erdverbundenheit und Natürlichkeit in der Natur. Er beutet sie nicht aus, er hegt und pflegt, so wie Gärten und Weinberge gepflegt werden wollen. Pfarrer Günther spricht von der zunehmenden, grassierenden Gleichgültigkeit gegenüber unserer Umgebung, gegenüber den Mitmenschen, der Kirche, statt die Stimmen der Natur zu hören, wie es der Jäger macht. Pflege wird so zum Fremdwort, auch gegenüber dem Glauben.
Angelpunkt der diesjährigen Predigt war der Weinberg.
Dabei geht es um die Geschichte von einem alten Mann, der unzufriedene, arbeitsscheue Söhne hat. Dieser hat in seinem Testament von einem vergrabenen Schatz in seinem Weinberg geschrieben, den nun seine Söhne beackern sollen. Auch nach zweimaligem Umgraben taucht kein Schatz auf, aber im nächsten Jahr hing der Weinberg voller Trauben! Und sie begreifen: Das ist der Schatz! Auch im Weinberg der Kirche ist ein Schatz vergraben: ein Schatz an Riten, Liedern, die Hilfe bedeuten. Glauben wir miteinander daran, graben wir danach – und lauschen wir der Stimme der Natur.

Die Obwaldner Jagdhornbläser spielten den „Alpenjägermarsch“ und das Jägerchörli besang die Freuden „Uf dr Gämsjagd“, bevor Christine Bannholzer das Projekt „Medizinische Hilfe für Eritrea“ (Kinder mit angeborenem Herzfehler) vorstellte und für eine grosszügige Kollekte warb.

Mit dem von beiden Bläsergruppen gemeinsam gespielten „Hubertusmarsch“ und dem anschliessenden „Echo“ als übliche Zugabe endete der Gottesdienst mit grosssem Applaus.

Und fröhlich gings weiter im Kirchgemeindehaus beim waidgerechten Apéro, gestiftet vom Jagdverein Oberhasli, der Kirchgemeinde Meiringen und der Garage Wenger, Interlaken, mit Jagdgesang und Hörnerklang, bevor Heinz Trutmann öffentlich Pfarrer Imobersteg nochmals für seine Tätigkeit und Hilfe für das Zustandekommen der denkwürdigen acht Jägergottesdienste dankte und ihm für seine „Zeit danach“, er geht in den Ruhestand, in Belp alles Gute wünschte. Und ganz speziell ihm zu Ehren spielten die Oberhasler Bläser die „Ehrenfanfare“ und einen Abschied mit „Hoch soll er leben“!

 

Gisela Straub, Meiringen

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