Kantonal Bernsiche Schweisshundeprüfung im Berner Oberland

Der Jägerverein Oberhasli hat am Sonntag, 14. August 2011, die Schweissprüfung des Berner Jägerverbandes im Oberland organisiert und durchgeführt.

Ziel der Schweissprüfungen ist es, Bedingungen zu schaffen, die ein Führer mit seinem Jagdhund erfüllen muss, um sich in der Jagdpraxis als Nachsuchegespann bewähren zu können.
Nachdem bereits letztes Jahr die Durchführung unter der Leitung von Heinz Trutmann mit einem Team bestehend aus Fährtenchefs, Bockträgern, fachkompetenten Richtern, Verpflegungsteam und übrigen Helfern ein Erfolg war, wurde die anspruchsvolle Übernachtschweissprüfung wiederum den Oberhasler und Brienzer Jägern anvertraut.
33 Jägerinnen und Jäger haben mit ihren Hunden gezeigt, dass sie ein verwundetes Wildtier finden würden. Die Prüfungsfährten waren im Gebiet zwischen dem Oberen Brienzersee und dem Gadmertal angelegt.
Am Sonntagmorgen früh um sechs Uhr traten 33 Jägerinnen und Jäger aus dem ganzen Kanton mit ihren Hunden in Unterbach an. Es galt, die Schweissprüfung abzulegen. Bereits am Vortag wurde die nötige Anzahl Fährten vorbereitet, mit nach der Jagd konserviertem Wildschweiss und hin und wieder mit einem andern Hinweis, zum Beispiel mit einem kleinen Fellstück am Boden (Wundbett). Die bestandene Prüfung beweist, dass die Jägerinnen und Jäger mit den Hunden im Notfall ein verletztes Tier finden würden und ihm damit unnötiges Leiden ersparen. Wer auf die Jagd geht, hat die Pflicht, nach einem Fehlschuss das verletzte Wildtier zu suchen. Jägerinnen und Jäger können dafür die Nachsucheorganisation (NASU) in Anspruch nehmen. Ausgebildete Hundegespanne aus der Region werden angefordert, um die Suche durchzuführen. Neben dieser Selbsthilfe-Organisation der Jäger übernehmen auch die Wildhüter im Notfall die Nachsuche.

Eine strenge Prüfung

Die Prüfung wurde auf einer Strecke von 500 Metern und auf einer von 1000 Meter durchgeführt. Die kürzere Strecke ist mit einer Fachausbildung vergleichbar, die längere Strecke mit einer Meisterprüfung. Jedes Hundegespann ist mit einem Fährtenführer, der die örtlichen Verhältnisse kennt, und zwei Richtern unterwegs. Die Prüfung wird ernst genommen: Von den 20 Hundegespannen, die auf der 500-er Strecke unterwegs waren, bestanden 15 die Prüfung. Von den 13, die auf der langen Strecke zur Prüfung antraten, bestanden sie 7 Gespanne. Zur Prüfung sind alle Jagdhunderassen zugelassen. Das Gespann arbeitet zusammen. Wenn es, wie bei der Prüfung am Sonntag, nach dem Anlegen der Spur stark geregnet hat, hat der Mensch keine Möglichkeit, sichtbare Zeichen zu finden. Er kennt aber seinen Hund, merkt, wenn er abgelenkt ist, zum Beispiel von einer frischen Tierspur, und ermuntert ihn, weiterzusuchen.

Aser im Ferienlager Riibi
Bevor ein Hundegespann zur Prüfung antreten kann, muss viel gearbeitet werden: An sehr vielen Samstagmorgen rückten die Hundegespanne jeweils frühmorgens zur Ausbildung an, Übungsfährten in verschiedenen Gebieten werden jeweils vorbereitet und durch die Gespanne gelaufen.
Der Prüfungstag endete mit einem Aser im Ferienlager Riibi, das heisst mit Verpflegung im ehemaligen Militärlager in Hofstetten. Zu den prominenten Gästen der Prüfungsfeier gehörten die Gemeindepräsidentin von Brienz, Anneliese Zimmermann, der Gemeindepräsident von Meiringen, Hans Jakob Walther, die Herren Anton Britschgi und Stephan Weber von der Securitas AG, der stellvertretende Jagdinspektor, Rolf Schneeberger sowie Wildhüter Ruedi Rohrbach. Passend umrahmt wurde die Feier von der Jagdhornbläsergruppe Oberhasli. Der musikalische Vortrag schloss mit der Hunde-Fanfare und der Ehrenfanfare für die erfolgreichen Hundegespanne. Die frisch geprüften Hunde zeigten im Halbkreis, dass sie gut erzogen sind und legten sich neben den Meister. Wobei sie, je nach Temperament, ein bisschen bellten, wenn die Menschen klatschend zum Prüfungserfolg gratulierten.


Heinz Trutmann
Christoph Bütikofer

 

 

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